Das Manifest

Wir holen uns die Selbstverantwortung
für unsere Arbeit zurück!

Die Lebens- und Produktionsbedingungen aller Menschen haben sich in den letzten Jahrzehnten eklatant verändert. Kunst kann sich nicht losgelöst von den geänderten Bedingungen verstehen. Es ist an der Zeit, die Funktion von Kunst zu überdenken und das Berufsbild der Künstler*innen neu zu definieren!

Eine lebendige Szene von aktiven Künstler*innen ist die Basis jeglichen kulturellen Lebens einer Gesellschaft. Die Kunstproduktion vor Ort ist eine wesentliche Voraus-setzung für eine funktionierende künstlerische und soziokulturelle Landschaft. Wir brauchen Interaktionsflächen, Interferenzen, Konfrontationen für Auseinandersetzung, Austausch und Diskurs!

Eine sinnvolle Förderung von Kunst kann nur auf der Grundlage eines zeitgemäßen Berufsbildes der Künstler*in aufbauen, sowohl in Hinblick auf finanzielle Förderung als auch auf die benötigte Infrastruktur von Produktion und Präsentation.

Räume für gemeinsame Ausstellungen und Präsentationen sind Voraussetzung für einen Austausch mit der Öffentlichkeit, Diskurs und eine Weiterentwicklung des lokalen Kunstschaffens und internationaler Vernetzungen.

Künstler*innen bestimmen die Rahmenbedingungen für ihre Arbeit selbst!

Wir fordern ein Pilotprojekt, in dem die gesellschafts- und kulturpolitische Position und Positionierung der Künstler*innen diskutiert wird!

Das geschieht in verschiedenen Formaten (Diskussionen, Ausstellungen, Präsentationen selbstverwalteter internationaler Projekte, …)

Hauptziel ist die Klärung der Frage, wie Künstler*innen ihre Positionen definieren. Wie kann Selbstverwaltung unter heutigen Gegebenheiten funktionieren? Wie kann der Entstehung von unsichtbaren Hierarchien entgegen gewirkt werden? Wie wird die Bildung von Seilschaften und Lobbyismus verhindert?

Resultat ist ein innovatives Konzept der Bespielung des Hauses inklusive der
Entwicklung demokratischer Entscheidungsfindungen und  Auswahlprinzipien.

Die Kunstschaffenden in der Steiermark fordern eine bislang fehlende große öffen-tliche Präsentationsplattform in Graz, die allen lokalen Kunstschaffenden offensteht!

Wir sehen im neuen Künstler*innenhaus eine Chance!

  • Ein offenes, selbstverwaltetes Haus von und für Künstler*innen
  • Gleichberechtigter Zugang für alle Künstler*innen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Vereinszugehörigkeit oder Institutionen
  • Präsentation von steirischer Gegenwartskunst mit Experiment und zukunftsorientierten Kunstaussagen in Verknüpfung mit internationaler Kunst
  • Innovation im Inhalt und in der Form (statt alte Strukturen zu perpetuieren)
  • Keine Reduktion der Kunst auf ästhetische Betrachtungen
  • Mut zum Experiment (Erprobung neuer Formen der Zusammenarbeit)
  • Keine Angst vor dem Scheitern (Erkenntnisgewinn durch Fehler!)
  • Künstler*innen werden unabhängig von Institutionen – es geht nicht um kuratieren, organisieren, kontrollieren, bewerten, sondern um ein offenes, selbstverwaltetes Haus von und für Künstler*innen!